Prof. Jessica Utts (1996) : Eine Analyse von Beweisen für übersinnliche Fähigkeiten

Eine Analyse von Beweisen für übersinnliche Fähigkeiten

Jessica Utts

(publiziert im Journal für Wissenschaftliche Forschung, Ausgabe 10, Nr. 1, 1996)

 

Autorin:

Jessica Utts, Professorin für Statistik, Universität von Kalifornien, Davis, USA


Zusammenfassung:

(Dieser Bericht wurde im Auftrag des US-Kongresses erstellt. Er wurde vom CIA finanziert und an das Amerikanische Forschungsinstitut übergeben)

Forschung zu übersinnlichen Fähigkeiten, die über einen Zeitraum von 20 Jahren durchgeführt wurde, wird in dieser Studie daraufhin untersucht, ob diese Phänomene als wissenschaftlich erwiesen betrachtet werden können. Eine zweite zu beantwortende Frage ist, ob diese übersinnlichen Fähigkeiten durch die amerikanische Regierung genutzt werden können. Die primäre Forschung, die für diesen Bericht untersucht wurde, betrifft die von der Regierung finanzierte PSI-Forschung am Stanford Forschungsinstitut - das später in SRI International umbenannt wurde, sowie die Forschung der Science Applications International Corporation - auch SAIC genannt.

Durch die Anwendung standardisierter Auswertungsmethoden, wie sie auch in anderen Bereichen der Wissenschaft angewendet werden, kann hiermit gesagt werden, dass übersinnliche Fähigkeiten als wissenschaftlich gut etabliert betrachtet werden können. Die statistischen Ergebnisse der ausgewerteten Studien liegen weit oberhalb dessen, was man durch reinen Zufall erzielen könnte. Argumente von Skeptikern, dass diese Ergebnisse nur durch methologische Fehler erzielt wurden, können als unfundiert zurückgewiesen werden. Effekte ähnlicher Größe, wie im von der Regierung finanzierten SRI und SAIC wurden durch zahlreiche andere Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt repliziert. Solche Konsistenz kann nicht einfach durch Behauptungen wie Betrug oder methodischen Fehlern erklärt werden.

Das Ausmaß übersinnlicher Fähigkeiten, was hier vorliegt, scheint sich im Rahmen dessen zu bewegen, was Sozialwissenschaftler als kleine bis mittlere Effekte bezeichnen. Dies bedeutet, die Effekte sind zuverlässig genug um durch
gründlich durchgeführte Experimente repliziert zu werden. Hierfür ist eine ausreichende Anzahl an Einzelversuchen erforderlich, um langfristige statistische Messdaten zu gewinnen, die für Replizierbarkeit erforderlich sind.

Es wurden eine Reihe von Mustern entdeckt, die für den Aufbau effizienterer Versuche und die Anwendung übersinnlicher Fähigkeiten genutzt werden könnten. Zum Beispiel scheint es nicht erfordlich zu sein, dass bei Remote Viewing ein "Sender" eingesetzt wird (Ein "Sender" ist eine Person, die den Zielort beobachtet, der vom Remote Viewer beschrieben werden soll).

Vorahnungsexperimente, bei denen die Antwort zum Zeitpunkt der Versuchsdurchführung niemandem bekannt ist, scheinen trotzdem relativ gut zu funktionieren. Jüngste Experimente deuten darauf hin, dass - falls es einen "siebten Sinn" gibt - funktioniert er relativ ähnlich, wie unsere bekannten 5 Sinne - nämlich übers Wahrnehmen von Veränderung.

Unter der Berücksichtigung, dass Physiker gegenwärtig mit dem Verständnis, darüber was Zeit wirklich ist, ringen, könnte ein "siebten Sinn" tatsächlich existieren und er könnte die Zukunft bezüglich größerer Veränderungen abscannen - ähnlich wie unsere Augen unser Umfeld bezüglich visueller Veränderungen abscannen oder unsere Ohren plötzlich akustische Veränderungen wahrnehmen können.

Es wird empfohlen zukünftige Experimente darauf zu fokussieren, ein besseres Verständnis zur Funktionsweise dieser Phänomene zu erlangen und zu ergründen, wie sie sinnvoll nutzbar gemacht werden können. Es scheint wenig sinnvoll zu sein, nur immer mehr Beweise für die Existenz übersinnlicher Fähigkeiten zu sammeln, denn wem die heute vorliegenden Beweise nicht ausreichen, den wird man auch mit noch mehr Beweisen nicht überzeugen können.

 

Download: http://www.deanradin.com/evidence/Utts1996.pdf (englisch)


Weiterführende Informationen:

Forschungsberichte über Remote Viewing mit Daten des Stanford Forschungsinstituts, die für die Analyse des Artikels von Prof. Utts verwendet wurden, findet man in der Unterrubrik "Telepathie & ESP" der Sammlung wissenschaftlicher Studien. Die primären Forscher sind Dr. Harold Puthoff und Russell Targ, von denen man auch einige Vorträge im Quellen-Bereich findet (Ihre Namen sind mit den Vorträgen verlinkt).