Themenbereich
Rätselhafte Anomalien

Das medizinische Rätsel "Mirin Dajo" (2/3)
Tierversuche von Skeptikern


Dass Mirin Dajo sich bei öffentlichen Vorführungen ohne nennenswerte Verletzungen den Oberkörper von einem Florett und Schwertern durchbohren ließ, ist eine historisch gesicherte Tatsache. Umstritten ist nur, wie das ganze medizinisch zu deuten ist. Liegt hier ein echtes Wunder vor? Oder gibt es eine gewöhnliche Erklärung?


1) Die Kaninchenexperimente skeptischer Ärzte

Skeptiker halten Mirin Dajos Unverwundbarkeit für Scharlatanerie. Die Stichwaffen seien gezielt so platziert worden, dass sie lebenswichtige Organe verfehlen oder beiseiteschieben. Experimente an Kaninchen, denen Nadeln entsprechend durch den Körper gestoßen wurden, konnten nachweisen, dass eine Unverletzbarkeit auf diese Weise prinzipiell möglich sei. So stellt es auch der Medizinhistoriker Christoph Mörgeli im SRF-Bericht im folgenden Video ab Minute 4:32 dar.

VIDEO: Mirin Dajo – Wunder oder Scharlatan?

7:58 Minuten, schwiitzerdütch/deutsch

Ab Minute 4:03 kommt Medizinhistoriker Christoph Mörgeli zu Wort, der zur Erklärung des Phänomens "Mirin Dajo" auf natürliche Erklärungen verweist. Dazu gehören auch Experimente an Kaninchen, die ab Minute 4:32 vorgestellt werden.

2) Eine kritische Einordnung

Die Frage ist nur: Was beweisen diese Tierversuche genau? Lassen sich die nachgestellten Durchstiche an Kaninchen mit den hunderten von Waffendurchstichen vergleichen, die Mirin Dajo seit Ende des zweiten Weltkrieges vorgeführt hat? Ist es plausibel anzunehmen, dass Mirin Dajo bei jedem dieser Durchstiche so viel Glück hatte, dass keine wichtigen Organe getroffen wurden und trotz nichtdesinfizierter Klingen keine Infektionen entstanden? Ist es dem glücklichen Zufall und der speziellen Form der Klingen geschuldet, dass dabei kein einziges Mal Blut austrat? Konnte Mirin Dajo durch Autosuggestion und Selbsthypnose jedes Mal zuverlässig sein Schmerzempfinden kontrollieren? Ist es plausibel anzunehmen, dass jemand einen derartigen Wahnsinn aufbringt, sich fortwährend lebensgefährlichen Experimenten auszusetzen und sich dabei auch noch als Diener einer göttliche Mission begreift? Kommen da nicht etwas zu viele bizarre und unwahrscheinliche Verrücktheiten zusammen? Oder waren die Kaninchenexperimente vielleicht nur der verzweifelte Versuch von Medizinern, ihr materialistisches Weltbild zu retten?

Sicher ist nur, dass am Ende auch Mirin Dajo sterblich war. Wenige Tage, nachdem er versucht hatte, einen Metallspieß zu verschlucken, um ihn in seinem Körper zu dematerialisieren, starb er am 26. Mai 1948 in Winterthur. Und wieder gehen die Meinungen von Skeptikern und Bewunderern auseinander. Während die einen in seinem Tod den Beweis dafür sehen, dass an Mirin Dajo nichts Übernatürliches dran sei und er sein Glück diesmal eben überstrapaziert habe, sehen die anderen in seinem Tod keinerlei Widerspruch zu seinen übernatürlichen Fähigkeiten. Die missglückte Aktion mit dem verschluckten Metallspieß zeige lediglich, dass seine Fähigkeiten auch Grenzen hatten. Die hunderten vorherigen Wundertaten könnten dadurch nicht einfach pauschal wegerklärt werden.

3) Weiterführende Informationen und Buchtipps