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Experimente zu Intuition und Vorahnung


Kennen Sie das? Sie denken an eine gewisse Person - und wenige Momente später klingelt das Telefon und genau diese Person ruft an. Alltagssituationen wie diese oder ähnliche hat sicherlich jeder schon einmal erfahren. Vielleicht sind das einfach nur Zufälle. Vielleicht könnte aber auch mehr dahinter stecken. Das zumindest legen Forschungsstudien zum Thema "intuitives Vorwissen" nahe.


Inhaltsübersicht:

  1. Wissenschaftliche Untersuchungen zu intuitivem Vorwissen: Dieser Artikel beschreibt einige interessante Forschungsarbeiten, die die Realität des Phänomens der Vorahnung empirisch bestätigen.
  2. Dr. Rollin McCraty: Elektro-physiologische Beweise für Intuition: In diesem Abschnitt finden Sie vertiefende Informationen und Downloadlinks zu einer der Studien, die unter Abschnitt 1: "Wissenschaftliche Untersuchungen zu intuitivem Vorwissen" beschreiben wurden.
  3. Dr. Dean Radin: Nachweis von Vorahnung zukünftiger Emotionen mittels Hautleitwiderstandsmessung: Dieser Abschnitt enthält eine kompakte deutschsprachige Zusammenfassung und den Downloadlink zu einer weiteren Studie zur Überprüfung des Phänomens der Vorahnung. Desweiteren finden Sie hier ein Interview mit dem Forscher Dean Radin, in dem er unter anderem über Experimente zu Vorahnung spricht.
  4. Dr. Edwin C. May: Pilotstudie zum Reaktion-vor-Stimulierung-Phänomen: Bei dieser Studie wurden die Versuchspersonen nicht mit Bildern, sondern erstmals mit Tönen konfrontiert. Auch hier finden Sie eine kompakte deutschsprachige Zusammenfassung sowie einen Download-Link.
  5. Charles Honorton, Diane C. Ferrari: Vorhersagen über die Zukunft - Eine Meta-Analyse: Dieser Abschnitt enthält eine kompakte deutschsprachige Zusammenfassung und den Downloadlink zu einer Meta-Studie, die 309 historische Experimente (1935-1987) zum Thema Vorahnung auswertet.
  6. Weiterführende Informationen

1) Wissenschaftliche Untersuchungen zu intuitivem Vorwissen 

Viele Menschen haben in ihrem Leben schon einmal Erfahrungen mit intuitivem Vorwissen gemacht. Solche Intuitionen können in unterschiedlichsten Situationen auftreten: Vielleicht wissen Sie plötzlich, dass ein Ihnen nahestehender Mensch gerade einen Unfall hatte. Oder das Telefon klingelt und auch ohne auf dem Display die Nummer der Anrufers sehen zu können, wissen Sie trotzdem noch vor dem Abheben, wer sie anruft.

Experimente

Eine Reihe von wissenschaftlichen Experimenten wurde im Jahr 1997 durch Dean Radin durchgeführt. Hierbei lies er durch einen Zufallsgenerator angenehme bzw. verstörende Bilder auswählen und diese wurden dann Versuchspersonen auf einem Monitor angezeigt. Während des Versuchs wurden verschiedene Körperfunktionen gemessen, so z.B. Leitwiderstand der Haut, der Puls und die Blutdruck. Etwa 5 Sekunden bevor der Versuchsperson das Bild gezeigt wurde, konnte eine signifikante Reaktion abhängig vom Bildtyp gemessen werden. Das Experiment wurde mehrfach von anderen Forschern wiederholt. Im Jahr 2004 replizierte auch Dean Radin dieses Experiment ein weiteres Mal. Hierzu finden Sie weiterführende Informationen und einen Link zum Download der Originalstudie in Abschnitt 3) Dr. Dean Radin: Nachweis von Vorahnung zukünftiger Emotionen mittels Hautleitwiderstandsmessung.

Das Institute of Heartmath (https://www.heartmath.com/science/) entschied sich diesen Versuch mit zusätzlichen Messgeräten zu wiederholen: Mit einem EKG wurde die Varianz Herzfrequenz gemessen und mittels einem EEG die Gehirnströme aufgezeichnet. An dem Experiment nahmen 26 Erwachsene teil und es wurde nach 2 Wochen nochmals mit den gleichen Personen wiederholt. Die einzige Besonderheit bei der Auswahl der Personen war, dass sie alle Erfahrung mit Meditation hatten.

Die Versuchspersonen wurden bei diesem Versuch vor einen Monitor gesetzt und bekamen eine Computermaus in die Hand. Wenn Sie bereit waren, sollten sie die Maustaste drücken, daraufhin wurde auf dem Monitor zunächst 6 Sekunden lang gar nichts gezeigt, dann wurde per Zufallsgenerator ein Bild ausgewählt und dieses Bild wurde für 3 Sekunden auf dem Monitor angezeigt, dann blieb der Monitor 10 Sekunden schwarz. Der Prozess wurde insgesamt 45 mal mit jeder Versuchsperson wiederholt. Nach beiden Versuchsläufen hatte man somit am Ende insgesamt 2340 Datensätze.

Ergebnisse

Die Auswertung des Leitwiderstands der Haut ergab überraschenderweise keine nennenswerten Hinweise auf intuitives Vorwissen. Nach Rücksprache mit Dean Radin erfuhren die Wissenschaftler, dass er bei seinen Versuchen festgestellt hatte, dass Menschen die Erfahrung mit Meditation hatten, keine Reaktion beim Hautleitwiderstand zeigten und er sie deshalb vorher aussortiert hatte. Somit wurde dieses nie publizierte Ergebnis von Dean Radin unfreiwillig bestätigt.

Die Auswertung der Varianz der Herzfrequenz hingegen zeigte dann aber doch eindeutig, dass das Herz bereits vor dem Anzeigen des Bildes zu wissen schien, ob gleich ein angenehmes oder ein verstörendes Bild gezeigt werden würde:

Mobirise

Auf dieser Grafik markiert "0" den Zeitpunkt an dem der Versuchsperson das Bild auf dem Monitor gezeigt wird. Die obere Kurve zeigt die Varianz der Herzfrequenz für angenehme Bilder, die untere Kurve die für verstörende Bilder. Etwa 4.5 Sekunden bevor das Bild gezeigt wird, beginnen die beiden Kurven signifikant von einander abzuweichen.

Fazit

Aus den Experimenten wurde somit das Fazit gezogen, dass das Herz der Versuchspersonen einige Sekunden im Voraus wusste, welcher Bildtyp gleich auf dem Monitor erscheinen würde und dies, obwohl zu diesem Zeitpunkt der Zufallsgenerator noch gar nicht die Bildauswahl getroffen hatte. Hierbei ist interessant zu wissen, dass in vielen Kulturen - ob altertümlich oder modern - das Herz als Kanal zu einer Quelle des Wissens und der Weisheit angesehen wird. Diese Experimente haben zum ersten Mal wissenschaftliche Beweise für diese Fähigkeit des Menschen geliefert. Unter Abschnitt 2) "Dr. Rollin McCraty: Elektro-physiologische Beweise für Intuition" finden Sie für die hier angeführte Studie weitere Hinweise sowie Download-Links. Außerdem finden Sie nachstehend noch ein englischsprachiges Video, welches den Ablauf des Experiments veranschaulicht.

VIDEO: Experiment on Intuition - Electrophysiology of Intuition

3:29 englisch

In diesem Video kommentiert der Direktor des Heartmath-Forschungszentrums, Dr. Rollin McCraty, die Ergebnisse seiner Studie zur Fähigkeit des Menschen, Intuition zu erfahren.
Im nachstehenden Abschnitt Abschnitt 2) "Dr. Rollin McCraty: Elektro-physiologische Beweise für Intuition" finden Sie Downloadlinks zur besagten Studie sowie eine deutsche Übersetzung des Abstracts zur Studie.

2) Dr. Rollin McCraty: Elektro-physiologische Beweise für Intuition (Journal of Alternative and Complementary Medicine, Ausgabe 10, Nr. 1, 2004)

Download:

Teil 2: https://www.heartmath.org/assets/uploads/2015/01/intuition-part2.pdf

Autoren:

Dr. Rollin McCraty, Forschungsleiter HeartMath-Institut, Boulder Creek, Kalifornien (USA)
Mike Atkinson, HeartMath-Institut, Boulder Creek, Kalifornien (USA)
Dr. Raymond Trevor Bradley, Institut für ganzheitliche Sozialwissenschaft, Carmel, Kalifornien (USA)

Ziele:

Diese Studie möchte zu einem besseren wissenschaftlichen Verständnis der menschlichen Intuition beitragen - einem Prozess über den Informationen, die normalerweise außerhalb des Wachbewusstseins liegen, über psychophysiologische Systeme wahrgenommen werden. Das Ziel lag in der Replikation und Erweiterung von Ergebnissen früherer Experimente. In ihnen wurde gezeigt, dass eine emotional aufwühlende Stimulierung bereits mehrere Sekunden bevor der Proband stimuliert wird in seinem Körper messbare Reaktionen auslöst. Dies wird in zwei empirischen Veröffentlichungen (Teil 1 und Teil 2) vorgestellt.

Aufbau:

Diese Studie verwendet einen ausgeglichenen Übergangsaufbau. Hierbei werden 30 beruhigende und 15 emotional aufwühlende Fotos insgesamt 26 Probanden unter zwei Versuchsbedingungen gezeigt: Eine Normalbedingung (normale psychophysiologische Funktionen ohne Stimulierung) und eine Versuchsbedingung physiologischer Kohärenz (wo den Probanden ein Bild gezeigt wird und seine Körperreaktion etwa 3,5 Sekunden bevor das Bild gezeigt wurde aufgezeichnet wird). Hierbei wurde der Hautleitwiderstand und ein Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet. Vom EEG wurde dann die Variation der Herzschlagfrequenz abgeleitet. Diese Messungen wurde genutzt, um festzustellen, wann in Gehirn und Körper intuititive Informationen verarbeitet werden.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse dieser Studie werden in zwei Teilen präsentiert: Der erste Teil behandelt die Rolle des Herzens bei intuitiver Wahrnehmung. Hierbei wurde überraschenderweise festgestellt, dass

 - das Herz auf intuitive Informationen reagiert
 - eine signifikant höhere Abnahme der Herzschlagsfrequenz vor einer aufwühlenden Stimulierung im Vergleich zu einer beruhigenden Stimulierung auftritt
 - signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Verarbeitung von intuitiven Informationen vor einer Stimulierung vorliegen

Der zweite Teil präsentiert Ergebnisse, die darauf hindeuten, in welchen Gehirnarealen intuitive Informationen verarbeitet werden. Außerdem wird auf Messdaten eingegangen, die zeigen, dass vor einer Stimulierung bereits Informationen vom Herzen zum Gehirn übertragen werden. Weiterhin wird gezeigt, dass weibliche Probanden empfänglicher für intuitive Informationen vom Herzen sind.

Schlussfolgerungen:

Wir haben frühere Forschungsergebnisse repliziert und die Messmethodik erweitert, um dadurch im Körper Reaktionen zu dokumentieren, die bereits kurz vor einer Stimulierung erfolgen. Es scheint, dass das Herz an der Verarbeitung und Decodierung intuitiver Informationen beteiligt ist. Wenn diese Vorab-Information von den psychophysiologischen Systemen empfangen wurde, scheint sie auf die gleiche Weise weiterverarbeitet zu werden wie konventionelle Sinneswahrnehmungen. Diese Studie stellt überzeugende Beweise dafür vor, dass unsere Wahrnehmungsorgane permanent die unmittelbar bevorstehende Zukunft abscannen (also dass sie ca. 3,5 Sekunden in die Zukunft schauen können).

3) Dr. Dean Radin: Nachweis von Vorahnung zukünftiger Emotionen mittels Hautleitwiderstandsmessung (Journal of Scientific Exploration, Ausgabe 18, Nr. 2, 2004)

Download:


Autoren:

- Dr. Dean Radin, Institut für noetische Wissenschaften, Petaluma, Kalifornien, USA

Zusammenfassung:

In früheren Doppelblind-Experimenten wurde der Hautleitwiderstand (EDA) beobachtet, während man Probanden zufällig ausgewählte Fotos auf einem Bildschirm zeigte. Der Hautleitwiderstand war vor einem emotional aufwühlenden Foto höher als bei beruhigenden Fotos (p=0.002). Dieser differenzielle Effekt - der auf Vorwissen hindeutet - wird hier als Vorahnung bezeichnet. Drei neue Doppelblind-Experimente wurden durchgeführt, um frühere Studien zu replizieren. Dafür wurde die gleiche Vorgehensweise verwendet, wie bei den früheren Experimenten, allerdings wurden neue physiologische Messgeräte, neue Software, neue Fotos und eine neue Testumgebung verwendet.

An den drei Replikationsexperimenten waren 109 Probanden beteiligt, mit denen insgesamt 3709 Einzelversuche durchführt wurden. Diese neuen Studien zeigten erneut einen höheren Hautleitwiderstand vor emotional aufwühlenden Fotos gegenüber berühigenden Fotos (p=0.001). Alle vier Experimente (das Ursprüngliche und die 3 Replikationsexperimente) zusammen umfassten 133 Probanden und 4569 Einzelversuche. Die gewichtete durchschnittliche Effektgröße pro Versuch lag bei e — 0.064 ± 0.015, über 4 Standardfehler über einem Nulleffekt. Die Vorahnung sagt eine positive Korrelation zwischen dem Hautleitwiderstand vor der Stimulierung durch ein Bild und der Bewertung der Emotionalität dieser Fotos, welche vorher unabhängig von diesem Experiment bestimmt wurde. Die beobachtete Korrelation über alle 4 Experimente hinweg war in signifikanter Weise positiv (p=0.008).

Die Untersuchung alternativer Erklärungen - wie z.B. Erwartungshaltung, Hardware oder Software-Artefakte, unsaubere Versuchsauswertung und antiantizipatorische Strategien - konnten alle nicht die vorliegenden Messdaten erklären. Diese Reihe von 4 Versuchen und ihre Replikation durch andere Forscher liefert Beweise für eine kleine aber statistische robuste Form von Vorahnung des menschlichen vegetativen Nervensystems.

VIDEO: Interview mit Dr. Dean Radin zu seiner parapsychologischen Forschung

30:15 Minuten, deutsche Übersetzung

Ab Minute 12:45 spricht Dean Radin zu Experimenten zum Thema intuitives Vorwissen

00:00 Wieso untersuchen Sie Anomalien im Bereich Bewusstsein?
01:05 Wieso sind die Ergebnisse von Versuchen mit Zufallszahlengeneratoren signifikant?
02:55 Worum geht es bei "Anstarr-Experimenten" und wie wurden sie entwickelt?
04:30 Wieso werden PSI Effekte von der Mainstream-Wissenschaft ignoriert? (interessant)
10:30 Wieso ist die Erforschung von erweitertem Bewusstsein ein Tabuthema?
12:45 Was hat es mit Experimenten zu Vorahnung/Wissen über die Zukunft auf sich?
21:40 Nehmen Probanden die "tatsächliche" oder die "wahrscheinlichste" Zukunft wahr?
24:10 Wie wird sich die PSI-Forschung in Zukunft weiterentwickeln? (interessant)
27:15 Was sind die philosophischen Implikationen der Bewusstseinsforschung?
28:20 Gibt es einen bewusstseinsbasierten Aspekt bei der Erschaffung der physischen Realität?
30:00 Ende des Interviews



4) Dr. Edwin C. May: Pilotstudie zum Reaktion-vor-Stimulierung-Phänomen (Journal of Scientic Exploration, Ausgabe 17, Nr. 4, 2003)

Download:


Autoren:

- S. James P. Spottiswoode, B.Sc., LFR, Palo Alto
- Dr. Edwin. C. May, Experimenteller Nuklearphysiker, LFR-Geschäftsführer, Palo Alto 
(LFR = Laboratorien für Grundlagenforschung / Laboratories for Fundamental Research)
Zusammenfassung:

Ergebnisse früherer Studien deuten an, dass das menschliche vegetative Nervensystem bereits 2-3 Sekunden vor einer externen Stimulierung auf diese reagiert. In diesen Studien wurden per Zufall Fotos ausgewählt, die dann den Probanden auf einem Bildschirm gezeigt wurden und dabei entweder eine hohe oder eine niedrige Gefühlsreaktion auslösten (schockierende Bilder oder beruhigend wirkende Bilder). Die gemittelten Messwerte des Hautleitwiderstandes in der Periode einige Sekunden bevor den Probanden das Bild gezeigt wurde, unterscheiden sich für Bilder mit hoher und niedriger Gefühlsreaktion (obwohl den Probanden nicht bekannt war, welche Art von Bild ihnen gleich gezeigt würde)

In unserem Protokol wurde das Problem einer bild-spezifischer Reaktion der Probanden dadurch umgangen, dass in unseren Versuchen Töne statt Bildern verwendet wurden. Der Typ der Stimulierung wurde erst unmittelbar vor der Stimulierung durch einen echten Zufallsgenerator ausgewählt. Die Probanden hörten 20 Stimuli pro Versuchssitzung, die Wahrscheinlichkeit für jeden Stimulationstyp lag bei 50% (entweder Stille oder ein schockierender Ton).

Die untersuchte Variable unserer Versuche war der Verlauf des Hautleitwiderstands innerhalb der 3-Sekunden-Phase, bevor die Stimulierung erfolgte. Dort beobachtet man zunächst ein Minimum gefolgt von einem Maximum beim Hautleitwiderstand. Wir entdeckten einen signifikanten Effekt (N=125, Z score=3.27, effect size [ES]=0.0901 +/- 0.0275, p=5.4*10⁻4).

Alternative Erklärungen, wie z.B. diesen Effekt als Messfehler zu betrachten, wurden untersucht und haben sich nicht bestätigen lassen. Wir zeigen, dass ein signifikantes Ergebnis gegenüber einem Durchschnittswert-Analyse-Ansatz bei dieser Art von Versuchen keine Grundvoraussetzung ist, um trotzdem ein signifikantes Endergebnis für Vorahnungsexperimente nachweisen zu können. Wir beobachteten im Rahmen der Versuchsauswertung, dass das Reaktion-vor-Stimulierung-Phänomen mit der Einstellung der Probanden korreliert (r=0.472, df=21, p=0.011).

Schlussfolgerungen:

Wir haben eine Pilotstudie zum Reaktion-vor-Stimulierung-Phänomen mittels Audio-Schock-Stimulierung gegenüber Stille untersucht, um dadurch die (bei Bildern auftretenden) Probanden-spezifischen Unterschiede zu minimieren. Wir haben eine signifikante stimulierungsspezifische Reaktion des Hautleitwiderstands beobachtet. Dieses Ergebnis über alternative Erklärungen wie Erwartungshaltung, Hardwareanomalien oder Betrug zu erklären, wurde untersucht, muss aber zurückgewiesen werden, denn diese Erklärungen sind entweder nicht realisierbar oder inkonsistent mit den Messdaten. Wir haben überzeugende Beweise gefunden - zumindest in den von uns erhobenen Messdaten - dass das Reaktion-vor-Stimulierung-Phänomen durch Phasenveränderung der Hautleitfähigkeit und nicht durch langsame tonische Niveauveränderungen auftritt.

5) Charles Honorton, Diane C. Ferrari: Vorhersagen über die Zukunft - Eine Meta-Analyse (Journal of Parapsychology, Ausgabe 53, Dezember 1989)

Download:


Autoren:

- Charles Honorton, Geschäftsführer Psychophysical Research Laboratories, Princeton
- Diane C. Ferrari, Fachbereich Psychologie, Princeton Universität 

Zusammenfassung:

Wir berichten über eine Meta-Analyse von selektiven Vorahnungsexperimenten aus der englischsprachigen parapsychologischen Literatur von 1935 bis 1987 (selektiv bedeutet, dass es stets eine abzählbare Menge an möglichen Resultaten gab - z.B. bei einem Würfel die Zahlen 1 bis 6). Diese Studien beinhalten Versuche, bei denen Probanden versucht haben, den Ausgang eines Zufallsexperiments vorherzusagen. Die Zeit zwischen Vorhersage und Durchführung des Experiments variierte zwischen einigen hundert Millisekunden und einem Jahr. Wir haben 309 Studien untersucht, welche von 62 Forschern durchgeführt wurden. Nahezu 2 Millionen individuelle Versuche wurden von mehr als 50.000 Probanden durchgeführt. Die Studien wurden sowohl auf Signifikanz der Ergebnisse als auch auf die Effektgröße hin untersucht. Es gibt einen kleinen, aber zuverlässigen Effekt (x=11.41, p=6.3*10^-25).

Dreißig Prozent der Studien (durchgeführt von 40 unterschiedlichen Forschern) weisen signifikante Ergebnisse (über einem 5 Prozent-Schwellwert) auf. Eine Untersuchung möglicher Vorselektion der publizierten Ergebnisse ergab, dass für jede vorliegende Studie mindestens 46 weitere Studien mit einem Null-Effekt existieren müssten, um das Gesamtergebnis dieser Auswertung auf einen nicht-signifikanten Wert zu reduzieren.
 
Es konnte keine Beziehung zwischen den Ergebnissen der Studien und 8 Indexwerten zur Qualitätssicherung festgestellt werden. Die Effektgröße blieb grundsätzlich konstant über den gesamten Verlauf der Auswertung, während die Qualität der Untersuchung im Verlauf signifikant verbessert werden konnte.

Vier Variablen konnten identifiziert werden, die in direktem Bezug zum Ergebnis der Studien stehen:
- Studien, welche Probanden verwenden, die basierend auf früheren Eignungstests vorselektiert wurden, zeigen signifikant höhere Effekte als Studien mit zufällig ausgewählten Probanden
- Probanden, die alleine durch einen Experimentator getestet werden, zeigen signifikant höhere Ergebnisse als Probanden, die in Gruppen getestet werden
- Studien, in denen Probanden nach jedem Teilversuch eine Rückmeldung über ihr Ergebnis erhalten haben, weisen eine signifikant höhere Effektgröße auf, als Studien bei denen das Feedback verzögert oder dem Probanden gar nicht mitgeteilt wurde.
- Studien mit kurzen Intervallen zwischen der Vorhersage des Probanden und der Durchführung des Experiments zeigen signifikant höhere Effekte als Studien mit langen Intervallen.
Der kombinierte Einfluss dieser vier Variablen scheint extrem hoch zu sein. 7 von 8 Studien, die alle 4 Variablen berücksichtigen, weisen eine besonders hohe Effektgröße auf, wobei vorselektierte Probanden in kurzen Intervallen Vorhersagen machten und jeweils nach jedem Versuchsteil ein Feedback erhielten.


6) Weiterführende Informationen